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12.2015 / Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt 

Camus, der Prediger der Hoffnungslosigkeit, ist im letzten kein Nihilist. „Im schwärzesten Nihilismus unserer Zeit suchte ich nur Gründe ihn zu überwinden. Übrigens nicht aus Tugend …, sondern aus instinktiver Treue zu jenem Licht, in dem ich geboren wurde und in welchem seit Jahrtausenden die Menschen gelernt haben, das Leben zu bejahen bis in seine Leiden hinein.“ Und sein Sisyhpos-Essay endet mit den berühmten Sätzen: „Der Kampf gegen Gipfel mag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Besseren Trost hat uns auch Camus nicht zu bieten. Aber nach Verdun, nach Stalins Kerkern und Gulags, nach Stalingrad und Auschwitz, nach Hiroshima und Ruanda ist das sehr viel.

Source: Albert Camus: Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt | Literatur – Frankfurter Rundschau

(Literature, Thoughts)