nah : 08.2014 : First Thing (Culture & Sociology, Music, Thoughts)

Irgendwann war es so weit: Musik wurde plötzlich nicht mehr gesungen oder getanzt, sondern gelesen und interpretiert, analysiert, dekonstruiert, im besten Fall: verstanden. Kein Zweifel, das war eine schleichende Entwicklung. Eines Tages stehe ich sicherlich auch vor imposanten Bauwerken und fühle mich von den Methoden der Architektur beflügelt, aber das mit der Musik, das kam unerwartet. Für jemanden, der sein Leben lang der Popkultur treu blieb und versuchte, sich über die Offensichtlichkeiten an die Wahrheit des Universums (ganz subjektiv, selbstverständlich) heranzutasten, und jegliche elitäre Philosophie verachtete und verabscheute, weil sie so vieles ausschloss…. blah blah yadda yadda. Jedenfalls ist es bestürzend und beeindruckend, wie sorgfältig kompositionierte Klänge mich von einem Ort zu nächsten klatschen können, rein transzendental gesehen jedenfalls. Einfach so, und minutenlang bleibt nichts übrig außer diesem Gefühl, dass das die Wahrheit ist. Dass Sprache und sogar Bilder nicht das ausdrücken können, was diese Klänge können.