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12.2014 / saturday, 11 am (playlist)

DJ Sprinkles – Grand Central, Part I (Deep Into The Bowel of House)

ein klimax der facettenreichen einsamkeit; von 4 am in the morning bis samstags um 11 uhr vormittags, wenn die alarmanlage von der schule los geht und man selbst wie ein eingebackener stein ohne seele im bett liegt. wobei liegen das falsche wort dafür ist. man existiert als immobiles gewicht und hört den sirenen zu. man fühlt kalte luft und regen und das sommerdeutsche grau-in-grau des wetters an den verklebten augenlidern. unmöglich, dass das mit mehr zu tun haben könnte, als mit einer stimmung des stillstands, also wenn alleine sein nicht nur ein mittel zum zweck der charakterstärkung ist, sondern zum ziel der ganzen mission wird. da öffnet sich direkt der emotionale vortex und verschlingt alles, was jemals weh getan hatte oder spannend werden könnte. übrig bleibt ein herrlich lethargisches geklimpert, existenzielle langweile, eine zufriedenheit, die man in späteren kapiteln von bildungsromanen immer als kennzeichnend für eine gesellschaftliche implusion deutet.

aber halt immer erst im nachhinein.

wenn die soundkabel der rechten box einen knick haben und immer, wenn man sie reparieren möchte, springen sie wieder in tadelloses funktionieren um. eine ständige erinnerung daran, dass man seine kräfte lieber dafür aufwendet, ständig genervt zu sein. für das bisschen, was einem noch an verzweiflung übrig bleibt.

songs, die später so viel mehr bedeuten (und etwas ganz anderes sind), und man muss darüber schmunzeln, dass man so naiv war (vor 2-3 wochen). wir kommen ganz kollektiv dieser bildbeschreibung von HIGH FIDELITY immer näher, nur dass die vergilbten aufnahmen aus den 90ern von sehr hochauflösenden snapshots in hunderten von variationen abgelöst wurden. man würde die allgemein anwendbare suchfunktion nicht aufgeben wollen, aber trotzdem schlägt das herz etwas langsamer, gemächlicher… fast schon tot … wenn man an diese fast verpasste vergangenheit denkt, die in bildern und texten konserviert wurde und jetzt zum abruf bereit ist, immer, und zwar immer im kontrast zu dem, was wir heute im schnelldurchgang abhandeln (wollen).

Dean Blunt – 50 Cent

I’ll be honest about it. It is not atheists who get stuck in my craw, but agnostics. Doubt is useful for a while. We must all pass through the garden of Gethsemane. If Christ played with doubt, so must we. If Christ spent an anguished night in prayer, if He burst out from the Cross, “My God, my God, why have you forsaken me?” then surely we are also permitted to doubt. But we must move on. To choose doubt as a philosophy of life is akin to choosing immobility as a means of transportation.

I can well imagine an atheist’s last words: “White, white! L-L-Love! My God!” – and the deathbed leap of faith. Whereas the agnostic, if he stays true to his reasonable self, if he stays beholden to dry, yeastless factuality, might try to explain the warm light bathing him by saying, “Possibly a f-f-failing oxygenation of the b-b-brain,” and, to the very end, lack imagination and miss the better story.

elite gymnastics – we fly high

(es gibt eine obergrenze an dingen, die man für sich selbst machen kann, und für die man alleine sein muss. alles, was über dem horizont der einsamkeit liegt, ist unerreichbares gefühlsterrain. es sind zwei verschiedene leben, oder drei, oder sechs. nur leider läuft man ja meistens gefahr, in der trivialität des alltags zu vergessen, dass man dabei richtig fette mauern zwischen dem einen und dem anderen baut. ein meer hochspült, durch das man nicht mehr schwimmen kann. die andere seite wird unerreichbar. und man bleibt für immer auf seiner kleinen karibischen urlaubs-insel, die ohne das zu hause, in das man zurückkehren kann, nur noch ein gefängnis ist.)

Es ist nicht das Portrait einer verlorenen Generation. Es ist kein Larry Clark Foto, kein Harmonie Korrine Film, es ist nicht mal im Ansatz so eine Gesellschaftskritik, wie man vermutlich annehmen würde: es ist in seiner absoluten Stumpfheit viel trauriger als das. Es ist nicht mal die akut einsetzbare Beruhigungstablette gegen die Panikattacke, nein, es ist die langfristig wirkende und das System erschütternde Antidepressivum, das einen ruhig stellt. Keine invasive Lobotomie, sondern eine lokal betäubende Streicheleinheit. Wenn das abgesetzt wird, bleibt nicht mal Revolte übrig, nicht mal das kleinste bisschen Entzugserscheinungen, sondern höchstens das Gefühl, dass man wieder schwer geworden ist, und jede Bewegung zäh, und das ziehen im Oberschenkel vielleicht doch aus gesundheitlichen Gründen nicht wegignoriert werden sollte.

inc. – desert rose (war prayer)

Ich kann nicht gehen, ohne das passende Moodboard beizusteuern. Diese multimediale Beschäftigung mit der präzisen Gefühlsbeschreibung “an einem Samstagmorgen, wenn man nichts zu tun hat und sich leer und gelähmt fühlt, weil das Wetter schlecht ist und man weiß, dass heute nichts passieren kann, was die eigene Welt – egal ob positiv oder negativ – in irgendeiner Art und Weise beeinflussen kann, und es keinen Menschen gibt, der einem wenigstens für eine Weile exakt dieses Gefühl nehmen kann” hat mir gezeigt, dass man ohne Bilder nicht arbeiten kann. Die Musik ist immer so selbstverständlich, lässt aber auch sehr viel Platz in den Zwischenräumen für Fragezeichen, die ich da nicht will. Und der Text sagt schon wieder so viel, dass er absolut gar nichts sagt. Was soll das Gestotter und diese vermaldeite Amateur-Philosophie? Ja, da kann ich mich nur noch entschuldigen und eine Reihe von Bildern mit-liefern, die das eventuell abrunden können. Im schlechtesten Fall ist das eine Kunstproduktion, die ich nächstes Jahr mit Erstaunen wieder entdecke und unter “oh man, gut, dass du endlich erwachsen bist” einordne. Who knows.

(Im nächsten Schritt müssen alle emotionalen Adjektive entfernt werden, damit das genauso steril klingt, wie es sich tatsächlich anfühlt)

Ein bissi peinlich, so plakativ

(Music, Thoughts)