nah : 07.2014 : Stoppt die stereotype Berichterstattung! (Culture & Sociology, News)

Das ist Sport. Das lässt sich auch in der emotionalen Hektik einer Liveübertragung sprachlich
präzise beschreiben. Allein: Eine sprachlich präzise und sachlich richtige Argumentation scheint nicht gewünscht. Haben wir uns so an die mediale Übertreibung, an die Berichterstattung von Superlativen gewöhnt, dass unser Denken in den Gegensätzen gigantisch und unterirdisch, Welt- und Kreisklasse, in Zweiklassengesellschaften gefangen ist? Oder verträgt sich eine andere Berichterstattung nicht mit dem Party-Patriotismus der Deutschen, der nur das Event, nur himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt kennt?

(…)

Und es wird Zeit, dass Deutschlands WM-Reporter aufhören, zweifelhafte Klischees nachzuplappern. Wohin eine Stigmatisierung von Spielern führen kann, lässt sich bei Frankreichs Karim Benzema sehen. Der Real-Star teilt Özils Phlegma-Vorwurf. Und sagt über sein Verhältnis zur „Grande Nation“: „Treffe ich, bin ich Franzose. Treffe ich nicht, bin ich Araber.“

via Anstoß – Die WM-Kolumne: Stoppt die stereotype Berichterstattung! – Sport – Handelsblatt-Mobil.